Beckenbodenschmerzen

Schmerzen im Beckenboden sind ein vielfältiges Beschwerdebild mit den verschiedensten Symptomen und Erscheinungsbildern.

Viele beschreiben Schmerzen im Bereich von After, Rektum (Darm), Damm, Scheide, Klitoris, Penis, Hoden, Harnröhre, Blase, Steißbein, Kreuzbein und/oder Unterbauch. Dabei muss es sich nicht immer um den klassischen Schmerz handeln. Es kann sich pochend, dumpf, stechend, ziehend, brennend usw. anfühlen.

Probleme beim Wasserlassen (Miktion), Stuhlgang (Defäkation), Sex, aber auch beim Sitzen, Gehen oder Sport können auftreten.

Die Vielfältigkeit der Symptome entsteht letztlich dadurch, dass Ihr Körper Ihnen dringend versucht mitzuteilen „Etwas stimmt nicht, bitte achte auf dich und verändere etwas“.

So unterschiedlich die Symptome sind, so unterschiedlich können auch die Ursachen sein. Oft erleben wir psychische Ursachen als Auslöser – Stress, Probleme in der Partnerschaft, familiäre Probleme, Trennung, Todesfälle, starke Veränderungen im Leben wie ein neuer Job, Studium oder Wohnort. Aber auch vorangegangene Blasenentzündungen, Prostatitis, schmerzhafte Erfahrungen in der Sexualität, wiederkehrende Durchfälle oder Verstopfungen und vieles mehr können ursächlich sein.
Die Folge ist eine Verspannung von Muskeln. Manche Menschen haben Verspannungen im Schulter-Nacken-Bereich, andere bekommen Kopf- oder Rückenschmerzen, wieder andere Migräne.
So ist eine Verspannung der Beckenbodenmuskulatur ebenso möglich wie eben an jeder anderen Körperstelle. Da diese Muskeln, die in unserem Inneren liegen, aber nicht sichtbar sind, sind die Beschwerden zunächst schwer zu begreifen.

In der Physiotherapie ist das Ziel ein Erfahren der Beckenbodenmuskulatur – wo liegt sie, was kann sie, und was sorgt dafür, dass Sie die Beschwerden so spüren wie sie sind? Wahrnehmungsschulung der Beckenbodenmuskulatur – wie steuert man sie an, wie funktioniert An- und vor allem bewusste Entspannung. Anleitung von Entspannungsübungen für die Beckenbodenmuskulatur aber auch allgemeine Entspannungsübungen. Darunter können Atemtechniken fallen, Meditations- oder Yogaübungen.  Bewegungsübungen. Sportberatung.
Ebenso kann eine Triggerpunktbehandlung der Muskeln Sinn machen. Hier soll über manuelle Drucktechniken die Entspannung der Muskulatur erzielt werden.

Da Schmerzen nicht nur den Körper sondern auch immer unsere Psyche betreffen, ist die Kombination mit einer Psychotherapie sinnvoll. Dabei kann es darum gehen, die Auslöser, die zur Verspannung führen, zu erarbeiten und zu bewältigen, aber auch Strategien zu entwickeln, wie Sie mit den Schmerzen im Alltag umgehen können.

Deswegen besteht die moderne Schmerztherapie heute aus drei Säulen:
– Arzt / Schmerztherapie
– Psychotherapie
– Bewegungstherapie / Physiotherapie